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Informationskrieg
28.10.2015
BERLIN/KALKAR
(Eigener Bericht) - Die NATO stützt sich bei der Entwicklung neuer Propagandatechniken zunehmend auf deutsche Wissenschaftler und Journalisten. Jüngster Ausdruck dieses Vorgangs ist eine für Ende November im nordrhein-westfälischen Essen anberaumte Konferenz über "strategische Kommunikation", die ein Think-Tank des westlichen Militärbündnisses veranstaltet - unter Mitwirkung unter anderem eines Korrespondenten der ARD. Erklärtes Ziel der von führenden deutsch-europäischen Rüstungskonzernen gesponserten Tagung ist es, Methoden zu erarbeiten, mit denen sowohl "öffentliche Unterstützung" für Kriegsoperationen der NATO generiert als auch "feindliche Medienarbeit" gekontert werden kann. Deutschland gilt den Konferenzplanern in diesem Zusammenhang als "problematischer Fall". Ihrer Auffassung nach sind "pazifistische Auffassungen" weit verbreitet unter den Deutschen, die sich deshalb oftmals als besonders anfällig für antimilitaristische "Desinformationskampagnen" erweisen. Dies zeige sich insbesondere bei den öffentlichen Auseinandersetzungen über die zivilen Opfer westlicher "Luftschläge" und den Einsatz bewaffneter Drohnen.

1) In Essen findet vom 23. -25. Nov. 2015 die Konferenz „Luftwaffe und strategische Kommunikation“ statt.
Was verbirgt sich hinter dieser Konferenz?

Eine Nato-Luftwaffen-Einrichtung aus Kalkar hält seit 10 Jahren hochrangige Konferenzen für
Führungskräfte der Nato, Politiker und Rüstungsindustrielle fast ohne Beachtung der Öffentlichkeit ab. Dabei
geht es um Drohnen, Cyber[Internet-], Weltraum-Krieg unter Einbeziehung der Atomwaffe.
Dieses Jahr steht in der Einladung nach Essen, es gäbe Kräfte, die "feindlich gegenüber der Nato" seien.
Die Militärs beklagen, dass Kräfte wie die Friedensbewegung die von den Militärs so gesehene
"Verletzlichkeit der öffentlichen Meinung", also der Bevölkerung "ausnutzen": Sie untergraben die
Unterstützung der Menschen für Handlungen der Militärs. Dagegen will man verstärkt vorgehen.
2) Das „Bündnis Verantwortung für den Frieden“ ruft unter der Parole „Kein NATO-Kriegsrat in Essen! - Die
Kriegsgefahr gemeinsam stoppen!“ zum Protest auf. Warum?

Wir sagen >Nein< zu Strategischer Kommunikation der Militärs, die so gefiltert wird, dass die Unterstützung
für kriegerische Handlungen zunehmen soll. Wir sagen >Nein< zu Strategie-Planungen, die selbst nukleare
Waffen mit einbeziehen. Wir wollen die Bevölkerung aufklären und wir verlangen das Verbot von
Veranstaltungen, die Handlungen planen, "die geeignet sind ..., das friedliche Zusammenleben der Völker
zu stören" (Grundgesetz §26). Letztes Jahr erklärte die Jahreskonferenz einen großen Krieg in Europa für
möglich und sah einen dafür 'angemessenen Mix aus nuklearen und konventionellen Kapazitäten' vor. Dafür
die Öffentlichkeit zu manipulieren muss verhindert werden.

3) Wie wollt ihr über die Kriegskonferenz aufklären und in welcher Form soll dagegen protestiert werden?

Wir bereiten ein Friedenswochenende direkt vor den Tagen der Konferenz vor: Es gibt am 20.11. eine
Tagung der Bundestagsfraktion der Bundestags-LINKS-Fraktion vor Ort, auf der Experten über die Gefahren
aufklären, andere Organisationen tragen durch weitere Veranstaltungen zur Aufklärung bei, ein
Jugendbündnis veranstaltet eine Friedens-Fete in den Weststadthallen hinter dem Colosseum-Theater
Essen. Und am Samstag, dem 21.11. ruft das Essener Friedensforum mit breiter bundesweiter
Unterstützung ab drei vor zwölf zu einer Friedensdemonstration von der Innenstadt aus zum Tagungsraum
der Nato an der Messe Essen auf.

4) Wie setzt sich das „Bündnis Verantwortung für den Frieden“ zusammen?
Bundesweite und regionale Friedenskräfte, Parteien, Jugendverbände, Demokraten, teils aus dem Bereich
der Antifaschisten und der Gewerkschaften sind unter den Aufrufern. Sie weisen auch auf die Ursachen der
millionenfachen Flucht aus Kriegsgebieten von Afghanistan bis Nord-/Mittelafrika hin.
Frieden ist Anliegen aller Menschen in den unterschiedlichsten Spektren. Wir verweisen nicht nur auf das
verantwortungslose 'Spiel' der Militärs mit der atomaren Gefahr, sondern auch darauf, dass Kriege niemals
zu verantworten sind, mit welchen strategisch-propagandistischen Werbe-Feldzügen sie auch immer
rechtfertigt werden. Unsere Werbung läuft über www.no-natom-krieg.de

Die Friedensbewegung und tausende Wissenschaftler stellen sich dem entgegen

Die Friedensbewegung wendet sich mit Aufklärung und Protesten gegen gefährliche NATO-Pläne und -Aktivitäten. Das beginnt mit der traditionellen Demonstration am »Tag der deutschen Einheit« 3. 10. in Kalka, dem Sitz des JAPCC.  Am 21. November wird die Friedensbewegung dann in Essen gegen die NATO-Konferenz zur Militarisierung der Öffentlichkeit und für friedliche Konfliktlösung und wahrheitsgetreue Information aktiv werden. Denn die Jahreskonferenz 2015 des Joint Air Power Competence Centre (Kalkar) der Nato findet im November in Essen (in der Messe) statt. Thema:“ Luftwaffe und strategische  Kommunikation - Militär und Medienarbeit“.  Zum Glück geht auch die Wissenschaft an die Öffentlichkeit. Viele tausend Wissenschaftler traten am 28.7. mit einer Erklärung gegen die „intelligenten Kampfroboter“ hervor. Aber das Medienecho im TV war spärlich. Eine Sendung in der „aktuellen Stunde“ des WDR vom Sonntag 2.8.15 steht „nicht online“, wie es auf der WDR-Seite heißt. JAPCC wirkt. Dies ist eine Erklärung von Bernhard Trautvetter (Essener Friedensforum)  zu den JAPCC-Aktivitäten : und zur Antwort der Friedensbewegung:

Kalkar, bekannt durch die ersten Großdemonstrationen der Frieden- und Ökologiebewegung, ist seit 1969 Bundeswehrstandort. Dort wächst ein Herzstück  des Nato-Krieges des 21. Jahrhundert: Das Hauptquartier des Zentrums Luftoperationen der Bundeswehr  und weitere Kommandobehörden der Luftwaffe und der NATO haben dort und im benachbarten Uedem ihren Sitz,  darunter das für die Kontrolle und Steuerung von Flugbewegungen zwischen dem Atlantik, Russland und dem Nordkap zuständige Nationale Lage- und Führungszentrum für Sicherheit im Luftraum und das das Weltraumlagezentrum der Luftwaffe und das Nato-Combined Air Operations Centre. Das Weltraumlagezentrum gewinnt schon wegen der vielen weltweiten Militär- und Kriegseinsätze der Bundeswehr an Bedeutung.

Das 2005 gegründete Joint Air Power Competence Centre (JAPCC) versteht sich als  Denkfabrik, die auf die Integration aller Elemente der sogenannten Kriegsführung ('warfare') von Satelliten über Drohnen bis zum Cyber-Krieg im Internet hin wirkt. Die 'Vision', die sich das JAPCC gab, drückt sein Jahresbericht 2008  ungefähr so aus: Wir wollen der in der Nato stark beachtete Agent für die Entwicklung visionärer, unabhängiger und gemeinsamer sowie innovativer Konzepte für Operationen sein, die die Nato befähigen, den Weltraum und die Luftwaffe effektiv und effizient zu nutzen. Kein Wunder, dass eines seiner ersten Themen die damals noch in recht wenig bechtete und heute weit verbreitete Drohnen-Technik war. Im JAPCC Journal 18 von 2013 werden sie im Text 'Unmanned Technology' als Element der Entwicklung hin zur Kriegsführung mit autonomen Systemen dargestellt, das ist der automatische  Krieg. [....weiter...]

 

Vollständiger Artikel und weitere Links: http://www.nrw.vvn-bda.de/texte/1461_nato_propaganda.htm

Liebe Friedensbewegte, Liebe Protestierende gegen die Essener Nato-Konferenz
Wir unterstützen und solidarisieren uns mit euren Aktionen einer Gegenöffentlichkeit
 zu dieser JAPCC Konferenz in Essen.
Wir brauchen keine Kriegsplanungen, sondern Strategien für den Frieden.
Wir müssen den Frieden gewinnen - nicht den Krieg
Heute, am Anfang des 21.Jahrhunderts stehen wir weiterhin vor neuen Herausforderungen: Kriege
und die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen durch die Entwicklung einer „Kultur des Friedens“
zu überwinden. Auch in diesem neuen Jahrhundert werden die Mittel zur Kriegsführung
weiterentwickelt. Trotz der unendlichen Leiden in allen Kriegen werden verstärkt Waffen
produziert, gehandelt und exportiert. Gewalt und Krieg sind zu einem profitablen Geschäft des
Todes geworden. Die Militarisierung der Forschung und der Außenpolitik schreitet voran.

 Ökonomische und machtpolitische Interessen rufen soziale, ideologische und religiöse Spannungen hervor.

Wirtschaftliche Vorherrschaft, Ressourcensicherung wird  auch durch Militär durchgesetzt.
Die weltweite Waffenindustrie wird zu einem lukrativen Kriegsgeschäft.
Die „neuen“ Kriege werden mit Kampfdrohnen geführt. Das Töten wird über enorme Investitionen
in Technik und Elektronik perfektioniert.
Durch eine totalitäre Überwachung jeglicher Kommunikation verlieren die Menschen Ihre Freiheit.
Die Geschichte der Menschheit ist jedoch nicht nur eine Geschichte von Kriegen, sondern auch
eine Geschichte des Denkens und Handelns für den Frieden, für Gerechtigkeit und Solidarität - für
eine Kultur des Friedens.

Wir sind aufgerufen Lehren aus der Geschichte der Kriege zu ziehen und an einer Geschichte des Friedens mitzuwirken.

Konstantin Wecker

Pdf Dokument über die Forschungsarbeit von Jens Wernicke:

FORSCHUNGSARBEIT
MEINUNGSMANIPULATIONSSSTRATEGIEN IN FRIEDEN UND KRIEG
Forschungsprojekt „Feindschaft“
Teil-Seminar „Evidenzen - Kriegs-Eintritts-Bilder“
bei Prof. Dr. Joseph Vogl und Dr. Ute Holl

Bauhaus-Universität Weimar

Fakultät Medien
Medienkultur
Jens Wernicke
2. Semester

Wernicke_Forschungsarbeit-Feindschaft.pdf

Homepage von Jens Wernicke: https://jensewernicke.wordpress.com/

Gegen das verantwortungslose Spiel mit der atomaren Gefahr

HEISSE EISEN sprach mit dem
Friedenskämpfer Bernhard Trautvetter

HE: In Essen findet vom 23. bis 25.
November 2015 die Konferenz „Luftwaffe
und strategische Kommunikation“
statt. Was verbirgt sich hinter
dieser Themenstellung?
Eine Nato-Luftwaffen-Einrichtung aus
Kalkar hält seit 10 Jahren hochrangige
Konferenzen für Führungskräfte der
Nato, Politiker und Rüstungsindustrielle
ab, fast ohne Beachtung der Öffentlichkeit.
Dabei geht es um Drohnen, Cyber-
[Internet-], Weltraum-Krieg unter Einbeziehung
der Atomwaffe.
Dieses Jahr heißt es in der Einladung, es
gäbe Kräfte, die "feindlich gegenüber
der Nato" seien. Die Militärs beklagen,
dass Kräfte wie die Friedensbewegung
die von den Militärs so gesehene "Verletzlichkeit
der öffentlichen Meinung",
also der Bevölkerung "ausnutzen": Sie
untergrüben die Unterstützung der Men-
schen für Handlungen der Militärs. Dagegen
will man verstärkt vorgehen.
HE: Das „Bündnis Verantwortung für
den Frieden“ ruft gegen die Konferenz
unter der Parole „Kein NATOKriegsrat
in Essen! - Die Kriegsgefahr
gemeinsam stoppen!“ zum Protest auf.
Ja, denn wir sagen NEIN zu Strategischer
Kommunikation der Militärs, die
so gefiltert wird, dass die Unterstützung
für kriegerische Handlungen zunehmen
soll. Wir sagen NEIN zu Strategie-Planungen,
die nukleare Waffen mit einbeziehen.
Wir wollen die Bevölkerung aufklären
und wir verlangen das Verbot von
Veranstaltungen, die Handlungen planen,
"die geeignet sind ..., das friedliche
Zusammenleben der Völker zu stören"
(Grundgesetz, Art. 26). Letztes Jahr erklärte
diese Konferenz einen großen
Krieg in Europa für möglich und sah einen
"dafür angemessenen Mix aus nuklearen
und konventionellen Kapazitäten"
vor. Dafür die Öffentlichkeit zu manipulieren
muss verhindert werden.
HE: Wie wollt ihr über die Kriegskonferenz
aufklären und in welcher Form
soll dagegen protestiert werden?
Wir bereiten ein Friedenswochenende
vor den Tagen der Konferenz vor: Es gibt
am 20.11. eine Tagung der Bundestagsfraktion
der Partei DIE LINKE vor Ort,
auf der Experten über die Gefahren aufklären.
Verschiedene andere Organisationen
tragen durch weitere Veranstal-
veranstaltet eine Friedens-Fete
in den Weststadthallen hinter dem Colosseum-
Theater Essen. Und am Samstag,
dem 21.11. ruft das Essener Friedensforum
mit breiter bundesweiter Unterstützung
ab drei vor zwölf zu einer
Friedensdemonstration von der Innenstadt
aus zum Tagungsraum der Nato an
der Messe Essen auf.
HE: Wie setzt sich das „Bündnis
Verantwortung für den Frieden“
zusammen?
Bundesweite und regionale Friedenskräfte,
Parteien, Jugendverbände, Demokraten,
teils aus dem Bereich der Antifaschisten
und der Gewerkschaften
sind unter den Aufrufern. Sie weisen
auch auf die Ursachen der millionenfachen
Flucht aus Kriegsgebieten von
Afghanistan bis Nord-/Mittelafrika hin.
Ich denke, Frieden ist Anliegen aller
Menschen in den unterschiedlichsten
Spektren. Wir verweisen nicht nur auf
das verantwortungslose "Spiel" der Militärs
mit der atomaren Gefahr, sondern
auch darauf, dass Kriege niemals zu verantworten
sind, mit welchen strategisch-
propagandistischen Werbefeldzügen
man sie auch immer zu rechtfertigen
versucht.

http://www.no-natom-krieg.de/wp-content/uploads/2015/10/Interv.mit-.B.Trautvetter_Friedensaktionen-Nov.2015-Essen.pdf

Bernhard Trautvetter ist aktiv im Bündnis
Schule ohne Bundeswehr und im Sprecherkreis
des Essener Friedensforums. Veröffentlichungen
in verschiedenen Medien,
darunter in der Zeitung des GEW-Landesverbandes
NRW Friedensforum und in
Lyrik-Anthologien.

Geheim, gefährlich und gut geschützt

(Büchel) Was genau aktuell in Büchel passiert, ist zwar höchst geheim. Dennoch ist durchgesickert, dass die Nato dort aktuell den Umgang mit US-Atombomben trainiert. Die echten Sprengkörper kommen einem Friedensforscher zufolge dabei nicht zum Einsatz, da dies viel zu gefährlich wäre.
Büchel. Jenseits eines wehrhaften Zauns, der den Fliegerhorst Büchel von den Eifeler Wiesen trennt, sollen sie liegen: die letzten US-Atombomben auf dem Gebiet der Bundesrepublik. In den Flugzeug-Sheltern, unter mächtigen Abdeckplatten, verstaut in unterirdischen Magazinen. Rund 20 an der Zahl. Bewacht von 140 Soldaten, die der Air Base Spangdahlem untergeordnet sind, und der Luftwaffensicherungsstaffel S (wie Sonderwaffen) des taktischen Luftwaffengeschwaders 33.
Und dort dürften die Bomben sich auch derzeit befinden - obwohl das deutsche Geschwader sich mit einer Viertelmillion Euro an einem Nato-Atomwaffen-Training beteiligt, das das Zusammenspiel der Partner für den Ernstfall verbessern soll. "Sie trainieren nie mit echten Bomben. Das wäre viel zu gefährlich", sagt Otfried Nassauer, Direktor des Berliner Informationszentrums für Transatlantische Sicherheit. Stattdessen kämen Trainingsbomben zum Einsatz, denen der Sprengkopf fehle. Mit diesen könne man alles üben - vom Herausholen der Bomben aus dem Lager übers Anbauen an den Tornado-Jet, das Scharfmachen bis hin zur Eingabe des Sicherheitscodes, sagt der Friedensforscher. Für Übungsflüge würden die Trainingsbomben nicht verwendet, da sie dafür zu wertvoll seien. Auch dafür gebe es spezielle Übungsbomben.
Von offizieller Seite ist wenig zu erfahren. Die Bundesregierung schweigt aus Geheimhaltungsgründen generell zu den Kernwaffen. Dass dieses Mal doch einiges nach außen drang, ist paradoxerweise eben jenem Wunsch nach Geheimhaltung geschuldet: Man hatte offenbar versucht, ein Manöver namens Cold Igloo als Deckmantel für die Nato-Atombombenübung namens Steadfast Noon zu nutzen, die jährlich an wechselnden Luftwaffenstandorten stattfindet. Der grüne Bundestagsabgeordnete Tobias Lindner wollte mehr über Cold Igloo wissen und erfuhr vom Verteidigungsministerium, dass Deutschland, Belgien, Griechenland, Italien, die Niederlande, Polen, Tschechien, die Türkei und die USA in Büchel gemeinsame Luftkriegsführung üben. Zwei Tage später teilte die griechische Luftwaffe mit, dass sie sich vom 12. bis 16. Oktober mit drei Flugzeugen an der Nato-Übung Steadfast Noon in Büchel beteilige - und damit war die Katze aus dem Sack. Die Nato bestätigte die Meldung der Griechen.
Nassauer zufolge ist der Kreis der Teilnehmenden diesmal ungewöhnlich groß, was er als Signal in Richtung Russland deutet: Die Nato will Einigkeit demonstrieren und ihren Mitgliedern am östlichen und südlichen Rand signalisieren, dass die atomare Abschreckung weiterhin besteht.

So ländlich die Eifel auch sein mag - dort sind die Spannungen zwischen den USA und Russland zuletzt deutlich zutage getreten. Dass die USA ihre in Büchel lagernden Atomwaffen gegen modernere austauschen wollen, empfindet man in Moskau als Provokation. Auch spielt Spangdahlem für die USA eine wichtige Rolle, wenn sie zeigen will, wie gut Europa bewacht wird: Die Spangdahlemer F-16 zeigen in Osteuropa Flagge, die vermeintlich für immer abgezogenen A-10-Flugzeuge (Warzenschweine) kehren für mehrere Monate in die Eifel zurück, und kürzlich erst waren sogar F-22-Tarnkappenjets da, um Russland Stärke zu demonstrieren.

Während andere US-Stützpunkte schließen, werden in Rheinland-Pfalz 2500 zusätzliche Soldaten stationiert: 1300 kommen nach Spangdahlem, 700 nach Ramstein, 500 nach Landstuhl. Das Land entwickelt sich zu einem bedeutenden US-militärischen Zentrum in Europa. Auch diese Entwicklung dürfte Moskau mit Interesse verfolgen.